| Merys Zuhause - Casa de Mery |
| Lagune |
| Panamericana |
| Madeleines Zimmer - Habitacio de Maddy |
| Sarahs |
Bevor wir aber mit dem Gelaber ueber unsere erste Schulwoche anfangen, noch kurz was zum letzten Sonntag (03.10.2010): Eine von den jungen Grundschullehrerinnen (Mery) hat uns eingeladen mit auf ein Fest zu Ehrern vom heiligen San Fransisco zu kommen. Nachdem wir dann mind. ne halbe Stunde zu spaet beim Treffpunkt angekommen sind (Schuld war der Bus, der sonntags irgendwie seltener faehrt, wer haette das gedacht, und wir, die voll getroedelt haben), waren wir echt froh, dass da noch jemand war, der uns abgeholt hat. Das waren dann besagte Mery, ihr Bruder (der Fahrer, sehr gechillter Typ, war mehr mit Handy, Eis und Beifahrer beschaeftigt, so dass wir mit ca. 30 km/h den Berg auf und ab fuhren), zwei Kinder (unangeschnallt irgendwo dazwischen), wir zwei und der Beifahrer (ein Bekannter des Bruders). Es ging erstmal relativ lange (allerdings keine zwei Stunden wie angekuendigt) bergauf bis wir in einem kleinen Dorf ankamen. Dort stiegen wir aus und staunten ueber das Panorama... Mit Mery tauchten wir in eine voellig andere Welt ein, die aus einem kleinen Bauernhof mit Schweinen, Esel, Meerschweinchen, Huehnern und Kueken, verwahrlostem Kaetzchen, Hunden und herumliegenden Schuhen bestand. In der Kueche in der wir kaum aufrecht stehen konnten durften wir eine kleine kulinarische Reise machen: Baumtomate (fruchtig-fein, wisst ihr dass es sowas gibt?), frische Milch und Schweinshaut(wird auf einer Holzkohlestelle warm gemacht und schmeckt zaeh, ist nicht weiter zu empfehlen). Irgendwann landeten wir beim angekuendigten Fest, das eine Art Fasnachtsumzug darstellte. Es kamen mehrmals todesmutige Feuerwerfer (Maenner mit Fackel-Feuerwerks-Handgranaten -> siehe Bilder) die uns zeigten wie sich eine Explosion anfuehlen muss und eine Massenpanik entsteht, als Teufel und anderes verkleidete Menschen sowie Musikanten. Darauf folgte ein ewig langer Zug von Bauern mit Bullen, Eseln, Pferden und Autos, die Gestruepp hinter sich her zogen ,das bei Dunkelheit verbrannt werden sollte. Nachdem wir vor solch einem Ungetuem (Bulle) gefluechtet sind und das Ganze mehrmals beobachtet hatten, wurden wir in einen Bus verfrachtet, der uns zurueck nach Riobamba brachte. Auf dem Heimweg entdeckten wir dann dieses tolle Internetcafé, in dem wir seit neustem Stammkunden sind (und schon Dauerrabatt ausgehandelt haben) und man sogar Bilder hochladen und skypen kann, der Hammer^^
Am Montag gings dann los mit der Arbeit:
Maddy:
Wie gesagt bin ich in der weiterfuehrenden Schule und muss mich in Englisch und Sport mit allen ausser der Abschlussklasse und in Spanisch hauptsaechlich mit den pubertierenden Acht- bis Zehntklaesslern arrangieren. Fuer Spanisch habe ich gleich in der ersten Woche drei Buecher bekommen die ich jetzt lesen soll, hahaha, wenn nicht mal die Muttersprachler den Inhalt verstehen. Ich bin die persoenliche Assistentin der verpeilten Schulleiterin, und so renne ich zu jeder Stunde Spanisch in der ich Janeth unterstuetzen soll in die Direktion um ihr erst einmal klar zu machen dass sie jetzt keine Zeit fuer Besprechungen etc hat. Es interessiert den Rest der Schule auch nicht sonderlich wenn sie Unterricht gibt, sprich die attraktive Sekretaerin kam ein ums andere Mal um eine Unterschrift abzuholen. Gleich am ersten Tag, also am vergangenen Montag (nach dem woechentlichen Singsang der Nationalhymne) war ich die letzte Viertelstunde alleine mit den Achtern und sollte im Chor weiterlesen. Dieser Chor klang allerdings eher unbeschwertem "Schwaetzen" in der Pause. Nach gefuehlten 100 Mal lesen in allen Varianten versuchte ich dann mir ein paar Namen zu merken was zumindest die Schueler amuesierte (jeder der mich kennt weiss um mein phantastisches Namensgedaechtnis). Dies war jedoch kein Vergleich zu den Neunern was sich herausstellte als Janeth mal wieder keine Zeit fuer Unterricht hatte und Sarah mich netterweise unterstuetzte. Wir hatten kaum eine Chance die hoechst pubertierenden Kids ruhig zu halten (sie pfeifen uns eher hinterher), mal sehen wann ich das erste Mal richtig laut werden muss.Wenn Janeth dann doch mal anwesend ist lese ich mit kleineren schwaecheren Grueppchen, korrigiere unlesbare Texte, guck wie die anderen Schueler zu oder male waehrend der "Klassenarbeiten" mit denen die Lesegeschwindigkeit ueberprueft wird Striche im Sekundentakt an die (tollen weissen!!) Tafeln. Englisch und Spanisch wird von Daniel unterrichtet, der meinem Talent noch nicht traut und damit meine volle Eigeninitiative fordert. In Sport stehe ich teils nur rum und fuehle mich ueberfluessig und teilweise renne ich mit auf den Schulhausberg (10 Minuten Sprint ohne Aufwaermen, dazu 2700 Hoehenmeter macht Atemnot und drei Tage Muskelkater) oder durchs Dorf. Am Freitag war ich ganz stolz auf mich weil ich die 12 Minuten joggen (flach) durchhgehalten habe und dabei sogar noch ein paar langsamere Schueler motivieren konnte weiterzurennen:-) Ich komm also durchtrainiert wieder heim, nehmt euch in Acht! Allgemein bekomme ich im "Hauptsitz" viel mit und kann von den Lehrern viel ueber die Schule erfahren, zum Beispiel dass sie sich vor allem den Indigenas widmen wollen, das aber gar nicht so einfach ist.
Sarah: Mit den Kleinen gehts ganz ordentlich, ich fuehl mich natuerlich sehr geschmeichelt, wenn sie immer so begeistert bei meinem Anblick sind (was aber nur daran liegt dass ich nicht klein und ecuatorianisch bin hahaha, also falls jemand ne Portion Zuneigung braucht, einfach vorbeikommen, sie wuerden euch alle lieben). Mein Ablauf scheint etwas abwechslungsreicher als der von Madddy zu sein, ich bin UEBERALL, in sprache, mathe, computer, sport blabla und renn dann auch immer zu den Schuelerchen, wenn sie mal wieder fertig sind, unds gar nicht abwarten koennen, bis man ihr Zeug korrigiert hat. Es gab allerdings diese woche auch einige Stunden, wo ich nur dagesessen bin und beobachten konnte, wie sehr oder wie wenig die Lehere Autoritaet ausueben. Am Freitag hatte ich dann die Arschkarte, weil die Grundschuldirektorin (anscheinend ploetzlich, weil sie mich auf einmal bei ner anderen Klasse ausm Unterricht geholt hat um mich zu informiern), eine Besprechung oder so hatte und ich ihren Matheunterricht bei zwei Klassen machen sollte. Eigentlich dachte ich, dass es vielleicht ganz cool wird, va in "meiner" 5er Klasse (wo ich halt meistens bin) und sie erschienen auch sehr erfreut, dass ich das in die Hand nehmen musste. Aber mir war dann bald klar, dass sie sich wohl eher gefreut hatten, weil jetzt anscheinend "Spass und Spiel frei" angesagt war. Meine Wenigkeit wurde nicht mehr viel beachtet, was mich zum ersten Mal hier wirklich zum Schreien gebracht hat. Leider auch ohne grossen Erfolg. Bei den groesseren gings ganz gut, ausser dass ich kleinere Probleme hatte, den Schuelern eine neue mathematische Materie beizubringen, ua weil ich nicht wusste was Zaehler und Nenner auf Spanisch heisst und also erstmal Hilfe von Seiten der Schuelerschaft brauchte. Ansonsten bin ich in der Pause jetzt immer damit beschaeftigt, die sogenannte Colada auszuschenken (eine Art warmer fluessiger Milchreis, aber nicht immer mit Reis) und ein bisschen mit den Kindern zu spielen und die zu troesten, dies beim rumtollen uebrtrieben haben (gut, ich geb zu, dass es einmal meine eigene Schuld war, dass ein Maedchen vom Reck zu hart auf ihrem Allerwertesten gelandet ist, aber zum Glueck lassen sie sich relativ schnell beruhigen). Mir gehts jedenfalls schon gut da "oben" (Grundschule gleicht einer Art Burg oder?)
Zweimal in der Woche machen wir zwei Theaterstunden, einmal mit den Achtern und Grunschulkindern (Dienstags) und einmal mit den Neunern (Donnerstags). Am Dienstag standen wir dann vor ca. 12 Schuelern die uns erwartungsvoll anguckten und auf ein Kommando warteten. Dumm nur, dass Elena (die Spanierin) uns keine Unterlagen vom Theaterstueck dagelassen hatte und wir mit grossem Fragezeichen dastanden. Gluecklicherweise hatten die Schueler aber ihre Texte dabei und so liessen wir sie einfach mal vorspielen was besser klappte als gedacht. Gleich am naechsten Tag hauten wir aber Jose Luis ( auch ein Lehrer und Bruder von Daniel) an, er solle uns die Materialien beschaffen. Am Donnerstag sah das Ganze dann schon ganz anders aus, wie gesagt mit einigen der "schlimmsten" Klasse. Ueberrraschenderweise waren jedoch auch dort schon die Rollen von zwei verschiedenen Theaterstuecken verteilt. Eins entsprach dem Stueck, das auch die Achtklaessler spielen sollten (Ueber egoistische Kroeten) und nach zweimaligem Anhoeren entschieden wir uns dafuer, vier der Schueler fur die Requisiten zu missbrauchen. Die anderen sechs machten ihre Sache recht gut, bis die vier (gelangweilten, da unterbeschaeftigten) anderen Schueler anfingen mit Steinchen zu werfen und die Stunde nahezu in einer Schlacht endete. Aber wir sehen Potenzial und haben uns am Samstag einige Gedanken zum Theater gemacht! Nur haben wir naechstes Mal eine Trillerpfeife.
Dieses Wochenende haben wir noch ne ganz neue Aktion gestartet, und zwar haben wir am Freitag unsere Waesche (10kg insgesamt) zur Waescherei gebracht, allerdings erst nach einigem Ueberwinden, da wir Angst hatten, dass sies nicht richtig auf die Reihe krigen. Aber was muss, das muss, also haben wir JEDES TEIL EINZELN so nem Typ vorgefuehrt (wegen Zaehlen der Teile) und sind mit viel Hoffnung am Samstag wieder gekommen um ein grossen und ein kleines in Plastik eingepacktes Waeschepaket in Empfang zu nehmen. Weil das grosse nirgends reingepasst hat, hat es Maddy so getragen und fuer einiges Aufsehen beim Reinspringen in den Bus gesorgt (o-ton maddy: "ich kumm do nit inee"). Tatsaechlich gabs wohl einige Probleme wegen einer hohen Stufe, dem grossen Waeschepaket und einer fast Kollision mit dem Busjungen.
Am Abend sind wir dann ganz cool mitm Taxi dahin gefahren, wo was looos war. Erst mal haben wir in ner ziemlich grossen Bar Pizza gegessen, dann haben wir erkundet, was es sonst noch so gibt. Und das war wider Erwarten recht viel. Etwa vier Diskos/Bars, die demnaechst mit unserem Besuch rechnen koennen.
Dann war der Sonntag da, dieser Tag, an dem Sarah die 1 durch ne 2 ersetzte. Maddy war die erste richtige Gratulantin :-D :-D :-D Richtig deshalb, weil es davor auch schon mehr oder weniger falsche gab. Denn am Donnerstag (7.10.) wurden wir von einem der Lehrer wieder in den Versammlungsraum gerufen, wo alle Lehrer um ne Tafel rumstanden, da gabs Fingerfood und drei Torten. Es wurde dann allen, die im Oktober Gebbi haben/hatten (4, inklusiv Sarah) ein Staendchen gesungen und die Gluecklichen durften Kerzen ausblasen und eine Karte in Empfang nehmen. So wurde dann Sarahs Geburtstag in der Schule schon "vorgefeiert". Ob man erst spaeter Geburtstag hat "ist egal".
also zurueck zum wahren 10.10.2010: Wir sind vormittags zu einer Lagune aufgebrochen,so ne Art Park,wo sich doch auch einige Einheimische tummelten. Als wir dann noche in kleines Tretboetchen gemietet hatten und in der Sonne uebers Wasser schipperten, war alles sehr harmonisch. So lange bis nix mehr vor und zurueck ging und wir aufgelaufen waren. Mitten in der Lagune. Wir haben dann gleich eifrig Plaene entwickelt, wie wir da am besten rauskommen und natuerlich schon wieder halb Angst gekrigt, als es dann ploetzlich doch wieder ging. Also sind wir weitergepaddelt. Mit etwas Verspateung kam dann auch noch unser vermeintlicher Retter in Not in Form eines kleinen Jungen. Der hat uns dann erklaert, was wir machen sollen, wenns wieder passiert (offenbar hatten die uns vom "weit entfernten" Ufer aus beobachtet).
Nachdem wir mit dem Lagunenpark fertig waren, haben wir uns wieder an die Strasse gestellt und sind weitergefahren zu nem Ort namens Guamote, heute, am Sonnatg eher ein verschlafenes Nest oder verlassene Cowboystadt.
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AntwortenLöschenhey ihr :)
AntwortenLöschenmal ne frage: ist die sms an sarah angekommen? oder unterwegs verloren gegangen?
was drin stand könnt ihr euch zur not ja denken, aber trotzdem: alles gute nochmal spasti :-*
Hey ihr zwei,
AntwortenLöschenDANKE für die tollen Fotos :-) und die vielen Infos!
Wir verfolgen alles mit GROSSEM Interesse.
Liebi Grüess
Hubert und Eva
Hey! Man muss noch dazu sagen, dass das Herzregal links im Bild, die improvisierte Klopapierhalterung sowie der goldene Haken rechts im Bild des Bads von uns getaetigte Investitionen sind:-P fuer das Regal rannten wir am ersten Tag ungefaehr 2-3 Stunden durch Riobamba und nachdem wir sehr erschoepft fast aufgegeben haetten, fanden wir im letzten Laden doch noch eins...hihihi
AntwortenLöschenLiebe Grüße von Matze und mir nach Ecuador!
AntwortenLöschenAlles Gute nachträglich noch auch von uns an Sarah!
Hab gerade endlich die Adresse von eurem Blog gefunden und mich bei diesem letzten Post halb tot gelacht :-D
Kann mir Maddy mit dem Riesen-Wäschepaket bildlich vorstellen und euch im gestrandeten Tretboot sowieso :-D
Ganz liebi Grüßli
Silvi
Heey! danke fuer die gleuckwuensce! (gitta, deine sms kam ier nicht an, ich ab mein deutsches andy daheimgelassen ;-)
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