Mittwoch, 20. April 2011

Touren-erprobt

Unglaublich aber wahr: Wir langweilen uns ein bischen weil wir auf den Bus warten, der uns um 10:15 pm nach Arequipa bringen soll, die Chance nutzen wir um euch wieder mal ein bischen mit Storys zu langweilen...

In La Paz buchten wir tatsaechlich zwei Touren und saemtliche Busse, eigentlich entgegen unserer normalen Spontaneitaet. Aber das Angebot war nicht schlecht: Fahrt mit dem Bus nach Uyuni  und zurueck, von dort drei Tage Tour in den Salar de Uyuni etc., Flug nach Rurrenabaque und zurueck, von dort ebenfalls drei Tage Tour in die Pampas sowie Fahrt nach Arica in Nordchile fuer 300 Euro pro Person. Wir glaubten nicht wirklich, dass alles so klappen wuerde aber stiegen erwartungsvoll in den ersten Nachtbus. Am Bahnhof staunten wir schonmal nicht schlecht ueber das stinkende, alte Etwas, das der "normale" Transport nach Uyuni sein sollte. Der Bus hielt ca. alle fuenf Minuten an und wir zwei wurden bei jedem Halt unruhiger. Es hoerte sich beim Schalten (wenn der Gang mal reinging) so an, als wuerde der Bus auseinanderfliegen, was verstaendlicherweise "ueberprueft" werden musste. Uns wurde das Ganze irgendwann zu bunt aber auf Nachfragen erhielten wir nur ein "es ist alles in Ordnung" was uns erst recht zum Kochen brachte. Noch nerviger war eine Israelin neben uns der nichts besseres einfiel, als uns (eigentlich doch recht Busfahrterprobten) mit "Welcome to Bolivia" aufklaeren meinen zu muessen. Wir entschieden uns dann aber mit dem Aussteigen noch ein bischen zu warten und nach einiger Zeit (absolut LANGSAMER Geschwindigkeit, NICHTS im Vergleich zu Ecuador) schien es dann doch einigermassen zu gehen. Fruehmorgens wurde der Weg dann eh so schlecht, dass ein besserer Bus auch nicht schneller haette fahren koennen, und siehe da - wir waren eine halbe Stunde spaeter als geplant dort. Nach provisorischem Waschen in einer Restauranttoilette und einem Fruehstueck mit MUESLI(!!!!!) fuhren wir in einem Jeep los. An Bord waren ausser uns noch ein Daene, zwei Deutsche in unserem Alter (Berliner), ein Brasilianer und zwei Guides: Wilder - der Fahrer und sein Bruder. Ueber einen "Zugfriedhof" furhren wir in die Salzwueste "Salar de Uyuni". Darueber gibts eigentlich nur zu sagen, dass lauter Jeeps zu einem Hotel aus Salz fahren wo dann die Israelis ein mortz Geschrei machen und fuer ihre Fotos posieren. Das war's auch schon fuer Tag 1 und es ging mehrere Stunden in den Jeep gezwaengt zum "Hotel". Dort fing dann das Problem mit dem Essen an: Es gab Huehnchen und Pommes. Allerdings war es fuer die Maenner viel zu wenig und liessen das auch die Guides wissen. Vor allem der Daene stellte sich als sehr direkt heraus. Die Guides versuchten, ihre Scham zu ueberspielen und am naechsten Tag gings der Kaelte wegen ungeduscht weiter... Wir stellten ziemlich schnell fest, dass wir die absolute Standardtour machten, denn bei jedem Halt standen ungefaehr zwanzig weitere Jeeps und es rannten Unmengen von Touris ,die auch zehn Minuten zum Fotografieren hatten, umher. Das nervte unseren lieben Kenneth, den Daenen sehr, aber das Tal der Steine, die Lagunen und die wuestenhafte Landschaft waeren tortzdem wirklich faszinierend. Leider waren unsere "Guides" nicht sehr auskunftsfreudig oder leidenschaftlich bei ihrer Arbeit und das Essen nicht so gut und vor allem nicht so viel wie versprochen. Vor einigen Tagen stellte sich dank dem sehr motivierten "Manager" unserer Touren in La Paz heraus, dass Wilder seinen Bruder ungefragt mitgenommen hatte und nach unserer Tour gefeuert wurde. Gegen unsere Beschwerde als wir zurueck in La Paz waren half auch nicht, dass Wilder am zweiten Tag versuchte, Sarah auf seine Seite zu kriegen. Die zwei waren auch wirklich in einer bloeden Situation: Am zweiten Abend betonten sie, dass wir nach dem Essen unbedingt gleich ins Bett sollen, weil es am naechsten Tag um halb fuenf morgens weiter ginge. Nachdem Sarah um vier eiskalt das Licht anschaltete standen auch alle puenktlich stramm, nur die Guides mussten erst geweckt werden. Der Daene redete den ganzen Tag kein Wort mehr mit Wilder und seinem Bruder und als wir mit kurzer Verspaetung in der Dunkelheit ueber einen unebenen Weg losbretterten war nur die laute Mukke zu hoeren. Fuers fruehe Aufstehen wurden wir aber mit einem unendlich herrlichen Bad in heissen Quellen (draussen war's saukalt!) mit Sicht auf einem wolkenlosen Sonnenaufgang belohnt! Danach gings zum "Baum aus Stein" und der gruenen Lagune, die leider nicht gruen war. Witzigerweise fing der Guide bei dieser Lagune endlich mal an, die Mineralien etc. zu erklaeren. Aber trotz der Maengel an der Tour hatten wirs in unserer Gruppe ganz lustig, genauer Kenneth sorgte fuer unsere Belustigung mit seinen Erzaehlungen und vor allem seinem Aerger ueber die gesamte Tour. Da lernten wir mal wieder richtig umgangssprachliches Englisch:-D Auf der Rueckfahrt stieg nochmal die Aufregung als wir bei einem stehen gebliebenen Jeep (?) anhielten und Wilder uns fragte, ob er einen der Gestrandeten mitnehmen darf. Man will ja nicht so sein und so fuhren wir mit einem Mann mehr an Bord weiter. Nach ein paar Stunden (die Tour bestand vermutlich zu 70% aus Fahren) gab's bei einer Art Arbeitercamp "Mittagessen"-ein bischen Reis mit etwas Gemuese und viel Ketchup. Die misstrauischen Blicke machten uns klar, dass wir uns nicht auf der normalen Route befanden aber spaeter wurde die Landschaft noch ganz malerisch. Nach der lang ersehnten Ankunft gingen wir alle zusammen noch ungeduscht, verstaubt und hungrig wie wir waren essen. Sarah und ich verbrachten die Nacht dann in einem mega-hyper-luxus-Bus wie die Israelin gedacht haette.
Ziemlich verdreckt und eigentlich echt wie zwei kleine schweinchen kamen wir nach unseren Uyuni-Abenteuern wieder in La Paz an und nisteten uns fuer den Morgen bis Nachmittag in unser schon bekanntes La Pazer Hostal ein, rannten erst mal unter die Dusche, wo zumindest Sarah einen halbstuendigen Kampf mit ihren Haaren fuerte, bis sie sich wieder wie Haare anfuehlten.
Nachmittags gings dann gleich wieder los: Mitm Bueschen (wir nehmen ja gern grundsaetzlich einheimische Verkehrmittel um anders zu sein als die anderen Turis)zum mini Flughafen und bald darauf stiegen wir in ein mini Flugzeug, wo grad mal 20 Personen Platz hatten und wir, da erste Reihe, schoen beobachten konnten, welche Knoepfe die Piloten drueckten (Stuardess gabs uebrigens keine, wahrscheinlich aus Platzgruenden). Der Flug brachte uns nach einer halben Stunde nach Rurrenabaque, einer Stadt mitten im Regenwald. Wir kamen uns vor wie im Film, als das Flugzeug ueber das Gras rollte und vor dem Flughafen, der eigetnlich nur ein Haus ist, anhielt. Wir machten uns dann erst mal auf die Suche nach einem Hotel, weil wir und unser Mann aus dem Reisebuero irgendwie nichts reserviert hatte (wir glaubten, dass ers gemacht hatte uns schauten erst mal dumm aus der Waesche). Natuerlich wurden wir auch fuendig und standen am naechsten morgen frohen Mutes auf um Fruehstueck zu kaufen und danach zum Touren-Nuero zu laufen und unsere naechste dreitaegige Tour in Angriff zu nehmen: In den Pampas, so ne Art Feuchtgebiet, Mischung aus Fluss und Regenwald (siehe Bilder). Jedenfalls dachten wir dann es koenne jan icht schaden wenn wir nach dem Fruehstueck kaufen nochaml absichern, dass das Ganze um 9 Uhr losgehen soll. Das wurde uns dann auch bestaetigt, allerdings mit der Anmerkung, dass schon anch 9 Uhr war. Was war passiert? Die Uhr von Maddy ging ploetzlich eine Stunde nach udn weil sie doch recht nachtaktiv ist, hat sie nachts das Handy (das als Wecker diente) an die Uhrzeit ihrer Uhr angepasst. ALso sidn wir peinich beruehrt, weil unsere Tour-Mitglieder (Australier) schon da waren, ins Hotel gestuermt und Sarah hat dann in der Hektik dort auch ncoh ihren Bikini vergessen. Nunja, s ging dann jedenfalls los, erst mal im Jeep 3 Studnen bis zum Fluss. Zwichendurch hielten wir noch zum Mittagessen an, wir waren entzueckt, haette auch von unseren Muettern sein koennen, so gut wars ;-) Am Fluss angekommen packeten wir dann alles ins Boot und schon legten wir ab, sassen gechillt auf unseren Stuehlchen und bestaunten das Leben um den Fluss. Von grossen und kleinen Schildkroeten, bunten Voegel und Affen beeindruckt bezogen wir schliesslich unsre Lodge. Ziemlich ungewohntes Gefuehl, so ueberm Wasser zu wohnen, va wenn man nicht weis was da im Wasser und in den Bauemen so alles lauert, aber an dem Tag war es zum Glueck nur ein Capibara, das irgendwie verpeilt im Wasser rumlief. Sah aus wie ein Riesenmeerschweinchen. Nachdem wir dann noch den Sonnenuntergang bestaunt und zum ersten Mal von den Moskitos angefallen wurden fanden wir uns wieder vor einem sehr leckeren Abendessen vor (wir hatten extra eine Koechin dabei, diesmal ganz auf Luxus). Dann kam das Spannende: Wir gingen bei Dunkelheit und mit Taschenlampe bewaffnet im Boot auf Kaiman-Suche. Natuerlich sahen wir dummen turis nichts, aber der Guide, unser Held, entdeckte zwei leuchtende Augen, wir fuheren hin und konnten einer nach dem anderen, auf der Kante des Boots stehend, den Kaiman (unter Wasser) begutachten. Danach stritten wir erst mal alle, was wer gesehen hat und werjetzt das “Richtige” gesehen hat. Nungut. Das ganze Suchen waere eigentlich gar nicht neotig gewesen, denn am naechsten morgen, als wir beide noch friedlich beim Fruehstueck sassen, schrien die anderen ploetlich “Kaiman, Kaiman!”. Tatsachlich hatte uns einer dieser fleischfressenden Spezies geradewegs einen Besuch vor der “Haustuer” abgestattet und wollte garnicht mehr gehen. Er war auch nicht der einzige, der sich bei unserer Lodge anscheinend wohl fuehlte, oven auf den Baeumen sass naemlich eine Affenfamilie, die mit ihren aussergewoehnlichen Lauten, einer Maschine gleich, einige unserer australischer Mitstreiter am Morgen weckte. Nachdem wir den Kaimen genug bestaunt hatten, gingen wir dazu ueber, noch mehr gefaehrlichen Tieren ueber den Weg zu laufen. Dazu fuhren wir zu einer Art Schlamm-Wasser-Wald-Insel. Was suchten wir? Genau, Anakondas. Sarah machte sich die Muehe, einen Baum zu erklettern, um die dortige Schlange zu sehen (ein Guide einer anderen Gruppe hatte sie entdeckt), was auch gelang, allerdings wars eine ganz kleine, nix mit 2 Metern oder so. Eine weiter Schlange am boden lichteten wir auch ab, die uns angeblich mit einem Biss toeten konnte, es aber nicht tat, weil wir Gummistiefel trugen und unser Guide mit ihr mit einem Stoeckchen spielte. Anschliessend wateten wir durch ekliges Wasser, dass bis ueber den po ging, um eine richtge gelbe grosse Anakonda auf einem Baum zu sehen. Wooooow. Das Nachmittagsprogramm bstand dann im Piranha-Fischen, allerdings hatte (mal wieder) nur der Guide Erfolg, wir zwei Maedels hatten auch Ehrgeiz, mussten un saber dauernd daruebr aergern, dass diese listigen Fische einfach nur das Fleisch frassen, anstatt anzubeissen. Aufm Heimweg zur Lodge begegneten uns dann noch zwei rosa Flussdelfine, die Interesse an Sarahs im Wasser baumelnden Fuessen zeigten. Um diese schoenen Tiere gings dann vor allem am naechsten und letzten Morgen: Schwimmen mit Delfinen war angesagt, allerdings hatten sie an diesem Tag wohl nicht so Lust. Immer in einiger Entfernung machten sie ihre Spruenge ohne sich gross anzunaehern :-/
Damit war unsere tolle und exotische Pampas-Tour zu Ende, zurueck gings mit Boot und Jeep, eine Begegnung mit einem Faultier auf der Strasse stand noch an (und die sind wirklich faul), und schon waren wir wieder in der Zivilisation Rurrenabaque.
Mittlerweile sind wir nach einigem Busfahren ueber Chile wieder in Peru und schauen mal, was wir hier noch so unsicher machen koennen.

Bis bald und liebe Gruesse!

































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